Quiz H.B.

Kleine Konfessionskunde in Quizform von Peter Karner: A.B. oder H.B.? Stellen Sie es selbst fest!
Um die Frage zu beantworten, klicken Sie bitte auf a, b, oder c!
A.B.= evang. A.B., lutherisch, Luther
H.B.= evang. H.B., reformiert, Calvin, Zwingli

Frage 1: Welcher Reformator hat Ihre Kirche geprägt?

a) Luther
b) Zwingli, Calvin, Bullinger, Beza u.a.
c) Alle Reformatoren, auch die Täufer (Toleranz)

Frage 2: Was ist für Sie ein Kirchengebäude?

a) Gotteshaus
b) Gottesdienststätte
c) Versammlungsort der Gemeinde

Frage 3: Gehören zu einem Gottesdienstraum bestimmte kultische Geräte und Einrichtungsgegenstände?

a) Nein.
b) Altar, Altarbild, Kreuz, Kerzen.
c) Altar, Reliquie, Altarbild, Tabernakel, ewiges Licht, Heiligenbilder, Marienbild.

Frage 4: Muss im Gottesdienstraum ein Altar stehen?

a) Ja, denn hier wird das Opfer Jesu Christi unblutig vergegenwärtigt.
b) Ja, denn hier bringt die Gemeinde ihr Lobopfer und ihre Anbetung dar.
c) Nein, weil es nach dem Opfertod Jesu Christi kein Kultopfer mehr geben kann.

Frage 5: Soll es in der Kirche Bilder geben?

a) Ja, denn sie helfen, die biblische Botschaft zu verdeutlichen und zu verstehen.
b) Nein, denn sie lenken von der Verkündigung der biblischen Botschaft ab (Bilderverbot).
c) Ja, aber nur ein Altarbild.

Frage 6: Nach welcher Ordnung soll der Gottesdienst ablaufen?

a) Es gibt ein weltweit verbindliches Messbuch.
b) Nach der landeseinheitlichen Ordnung.
c) Nach örtlichen Traditionen (Gemeindeordnung) im Geist des reformatorischen Gottesdienstverständnisses.

Frage 7: Soll das gottesdienstliche Leben durch ein „Kirchenjahr“ liturgisch geordnet sein?

a) Ja, für jeden Tag.
b) Nein, nur für besondere Feiertage.
c) Ja, für alle Sonn- und Feiertage.

Frage 8: Sollen sich die biblischen Predigttexte im Sonntagsgottesdienst nach einer bestimmten Ordnung richten?

a) Für jeden Sonn- bzw. Feiertag des Kirchenjahres soll es empfohlene Texte geben.
b) Der Predigttext soll sich nach einem aktuellen Thema richten.
c) Freie Textwahl durch den Prediger oder die Predigerin oder fortlaufende Lesung eines biblischen Buches.

Frage 9: Wieviel Zeit nimmt die Predigt im Gottesdienst Ihrer Gemeinde ein?

a) Etwa 1/8 des Gottesdienstes.
b) Etwa 1/4 des Gottesdienstes.
c) Etwa 1/3 des Gottesdienstes.

Frage 10: Welche Form des Sündenbekenntnisses entspricht Ihrer kirchlichen Praxis?

a) Ohrenbeichte.
b) Einzelbeichte.
c) Schuldbekenntnis der Gemeinde.

Frage 11: Wie oft soll die Gemeinde Abendmahl feiern?

a) Viermal im Jahr.
b) Jeden großen Feiertag und an einem Sonntag im Monat.
c) Jeden großen Feiertag und möglichst jeden Sonntag.

Frage 12: Ist ein Gottesdienst ohne Abendmahl „nur“ ein Wortgottesdienst?

a) Ja, denn das Abendmahl (Eucharistie) ist das Herzstück des Gottesdienstes.
b) Nein, aber eigentlich sollte jeder Gottesdienst mit dem Abendmahl verbunden sein.
c) Nein, denn Predigt und Abendmahl sind zwei gleichwertige Gottesdienstformen.

Frage 13: Wer darf die Sakramente verwalten?

a) Nur Pfarrer und Pfarrerinnen.
b) Die von der Pfarrgemeinde bzw. Kirche Beauftragten.
c) Nur Priester.

Frage 14: Von wem soll das Abendmahl (Brot und Wein) ausgeteilt werden?

a) Von Pfarrern/innen und Presbytern/innen.
b) Jede/r reicht es dem Nachbarn bzw. der Nachbarin.
c) Nur von Geistlichen.

Frage 15: In welcher Form erfolgt der Empfang von Brot und Wein?

a) Kniend.
b) Stehend.
c) In den Kirchenbänken sitzend.

Frage 16: Welches Brot soll als Abendmahlsbrot verwendet werden?

a) Gewöhnliches Brot.
b) Hostie.
c) Mazzes.

Frage 17: Alle glauben, dass Christus in der Abendmahlsfeier gegenwärtig ist (Realpräsenz). Wie ist er gegenwärtig?

a) Die Elemente Brot und Wein verwandeln sich in den wahren Leib und das wahre Blut Jesu Christi (Transsubstantiation).
b) Der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi sind während des Abendmahlsempfangs gegenwärtig (Konsubstantiation).
c) Durch den Heiligen Geist erkennen wir, dass Brot und Wein Zeichen für die Gegenwart Jesu Christi sind (Pneumatologische Präsenz).

Frage 18: Wer darf am Abendmahl teilnehmen?

a) Nur Getaufte bzw. Konfirmierte.
b) Nur die Mitglieder der eigenen Kirche.
c) Alle, die die Einladung Jesu Christi zum Abendmahl annehmen.

Frage 19: In welcher Art ist die Bibel das „Wort Gottes“?

a) Jedes Wort der Bibel ist von Gott eingegeben.
b) In erster Linie, was mit dem Erlöserwerk Jesu Christi zu tun hat ('was Christum treibet').
c) Die biblischen Bücher Alten und Neuen Testaments sind wohl durch ihre Entstehungszeit geprägt, Gott spricht uns auch heute durch sie an.

Frage 20: Welche Bibelübersetzung darf im Gottesdienst verwendet werden?

a) Die Lutherbibel.
b) Die Zürcher Bibel.
c) Eine vom Pfarrer ausgewählte oder die eigene Übersetzung des Pfarrers.

Frage 21: Wie ist das Verhältnis zwischen Altem und Neuem Testament?

a) Das Neue Testament und das Alte Testament sind gleichwertig.
b) Das Neue Testament steht über dem Alten Testament.
c) Das Alte Testament ist die Judenbibel, das Neue die Christenbibel.

Frage 22: Bekenntnisschriften sind Zusammenfassungen des Glaubens einer Kirche. Wie sollen wir mit ihnen umgehen?

a) Sie sind in der Reformationszeit abgeschlossen und dürfen daher nicht verändert werden.
b) Sie dürfen durch Neuinterpretation verändert werden.
c) Das Bekenntnis jeweils neu zu formulieren ist auch eine ständige Aufgabe der Kirche.

Frage 23: Wie soll man sich an die Bekenntnisschriften halten bzw. wie soll man sie verstehen?

a) Wortwörtlich.
b) Man soll sie kritisch lesen und immer wieder an der Bibel überprüfen.
c) Als Kampfschrift gegen die anderen Kirchen.

Frage 24: Welche Bekenntnisse sind für Ihre Kirche wichtig?

a) Das Zweite Helvetische Bekenntnis 1566.
b) Das Augsburger Bekenntnis 1530.
c) Die Leuenberger Konkordie 1974.

Frage 25: Was folgt daraus, dass Jesus Christus der alleinige Herr der Kirche ist?

a) Der Papst als Stellvertreter Christi ist Oberhaupt der Kirche.
b) Christus wird durch alle Christen und Christinnen vertreten (presbyterial-synodale Ordnung).
c) Wem der Geist die Eingebung gibt, der bestimmt, was zu geschehen hat.

Frage 26: Was sind die Kennzeichen der Kirche?

a) Die Kirche ist die 'eine, heilige, katholische und apostolische'. 'Diese Eigenschaften, die sich nicht voneinander trennen lassen, bezeichnen Wesenszüge der Kirche und ihrer Sendung.' (WK)
b) Die Kirche 'ist die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden.' (C.A. VII)
c) 'Die Kennzeichen der Kirche sind die Verkündigung des Wortes Gottes, die Verwaltung der Sakramente, die Diakonie und die Gestaltung von kirchlichen Ordnungen, die dem Evangelium entsprechen.' (GE 1996)

Frage 27: Sind alle christlichen Kirchen gleichwertig und einander ebenbürtig?

a) Nein. 'Die einzige Kirche Christi ...ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger des Petrus und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird, auch wenn sich außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden.' (WK 870)
b) Ja.

Frage 28: Wird die Einheit der Kirche durch ein besonderes Amt begründet?

a) Durch das Petrusamt des Papstes ('unter dem Papst').
b) Durch das Bischofsamt in allen Kirchen, die miteinander in 'Versöhnter Verschiedenheit' leben ('mit dem Papst').
c) Die Einheit der Kirche wird nicht durch ein besonderes Amt begründet. Alle Christen realisieren sie in Glaube, Liebe, Hoffnung ('ohne den Papst') - und die Kirchen durch synodale Zusammenarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen.

Frage 29: Welchen Stellenwert hat die Organisation der Kirche?

a) Die Organisation ist den geistlichen Belangen untergeordnet.
b) Die Organisation der Kirche ist sichtbarer Ausdruck ihres Glaubens und damit eines ihrer Kennzeichen.
c) Die Organisation der Kirche ist nebensächlich.

Frage 30: Wie ist das Verhältnis der verschiedenen Ämter und Dienste in der Kirche zueinander?

a) Das geistliche Amt hat den Vorrang.
b) Alle Ämter sind geistlich und daher gleichberechtigt.
c) 'Alles, was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, schon zum Priester, Bischof oder Papst geweiht zu sein, obwohl es nicht einem jeden ziemt, solch ein Amt zu üben.'

Frage 31: Wie wird der Pfarrer in Ihrer Kirche bestellt?

a) Ausschließlich durch Ernennung.
b) Grundsätzlich durch die Wahl der Gemeinde, im Einzelfall durch den Oberkirchenrat.
c) Ausschließlich durch die Wahl der Gemeinde.

Frage 32: Soll es Vorschriften für die Konfession des Ehepartners/der Ehepartnerin eines Pfarrers/einer Pfarrerin geben?

a) Ja, er/sie muss evangelisch sein bzw. wenn nicht, vor der Eheschließung übertreten.
b) Die Kirchenleitung erlaubt nur in Ausnahmefällen, dass die Ehepartnerin/der Ehepartner eines Pfarrers/einer Pfarrerin nicht-evangelisch bleiben darf.
c) Das Pfarrerehepaar regelt seine konfessionellen Probleme so wie jedes österreichische Paar in eigener Verantwortung.

Frage 33: Welcher Begriff ist typisch für Ihre Kirche?

a) Gehorsam.
b) Allein durch Glauben.
c) Verantwortung für die Welt.

Frage 34: Wann muss die Kirche Widerstand leisten?

a) Wenn die Verkündigung des Evangeliums behindert wird.
b) Schon wenn Menschenrechte verletzt werden.
c) Die Kirche soll leiden, aber nicht Widerstand leisten.

Frage 35: Wie ist das Verhältnis zwischen Pfarrgemeinde und Landeskirche?

a) Es soll eine weltweite Organisation geben, deren Anweisungen von allen Pfarrgemeinden und Diözesen befolgt werden müssen.
b) Die Gemeindeautonomie hat Vorrang (mehr Kompetenz für die Pfarrgemeinde, weniger für die Kirchenleitung).
c) Die Kirchenleitung steht über den Pfarrgemeinden (mehr Kompetenz für die Zentrale, weniger für die Pfarrgemeinde).

Frage 36: In welcher Weise kann das Bischofsamt in einer Kirche ausgeübt werden?

a) Als hierarchisches Amt nach göttlicher Ordnung.
b) 'Dem Bischof als erstem Pfarrer der Kirche obliegen alle Aufgaben der geistlichen Leitung. Im ständigen Blick auf die Einheit der Kirche und ihre Leitung übt er insbesondere das Wächteramt und das Amt der Verkündigung in Kirche und Öffentlichkeit aus.'
c) Die Aufgaben des Bischofs/der Bischöfin werden von auf Zeit gewählten Gremien von Geistlichen und Laien wahrgenommen.

Frage 37: Wer soll in der Gemeindevertretung bzw. im Presbyterium den Vorsitz führen?

a) Der Kurator/die Kuratorin.
b) Der Pfarrer, der Kurator oder ein anderer Presbyter.
c) Nur der Pfarrer.

Frage 38: Was will Gott durch sein Wort bewirken?

a) Die Bekehrung des Einzelnen.
b) 'Dass der Mensch in Christus seinen gnädigen Gott erkenne.'
c) Die Welt nach seinem Willen zu gestalten.

Frage 39: Wie ist das Verhältnis zwischen Kirche und Politik?

a) Um der Nächstenliebe willen muss die Kirche politische Verantwortung übernehmen.
b) Die Kirche soll sich nicht in die Politik einmischen.
c) Die 'zwei Reiche' Kirche und Welt haben ihre eigenen Gesetze, die nicht vermischt werden dürfen.

Frage 40: Gott ist der Herr der Welt – wie übt er seine Herrschaft aus?

a) Durch das Evangelium in der Kirche und das Gesetz in der Welt.
b) Durch Gesetz und Evangelium in der Kirche und in der Welt.
c) Überhaupt nicht.

Frage 41: Wie lautet das 6. Gebot?

a) Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
b) Du sollst nicht ehebrechen.
c) Du sollst nicht töten. (Zählung nach dem AT)

Frage 42: Welche Einstellung hat Ihre Kirche zur Homosexualität?

a) Praktizierte Homosexualität ist Sünde.
b) SHomosexuelle dürfen in der Kirche nicht diskriminiert werden.
c) Die Segnung von homosexuellen Paaren ist möglich.

Frage 43: Hat Wirtschaft mit Glauben zu tun?

a) Wirtschaftlicher Erfolg ist ein Zeichen göttlicher Erwählung.
b) Wirtschaftlicher Erfolg ermöglicht tätige Nächstenliebe.
c) Wirtschaft hat nichts mit Glauben zu tun.

Frage 44: In welchen Bereichen der Moral erwarten Sie sich vor allem eine kirchliche Wegweisung?

a) In Fragen der Ehe und Familie.
b) In Fragen der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.
c) In Fragen der Sexualmoral.

Frage 45: Warum sollen wir gute Werke tun?

a) Um in den Himmel zu kommen.
b) Aus Dankbarkeit für das Erlösungswerk Jesu Christi.
c) Nicht um uns vor Gott Verdienste zu erwerben, sondern im Gehorsam gegen seine Gebote.